Malen und Nachdenken in widersprüchlichen Zeiten - Ein Florilegium des Wunderlichen -

Monat: August 2026

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Avis

Ein Lese- und Bilderbuch mit formulierten Wünschen kultureller Neubesinnung, vielleicht eine Grundsatzschrift des Wunderlichen und zugleich eine kritische Zeitaufnahme: vom Untergang westlicher Werteeliten, von der Entregelung der Sinne, und von dem eigentümlichen Versuch, daß sich zwei Meister alter Würdeform noch einmal erlauben, diese Verwahrlosung zu blamieren. Ganz aus der Zeit gepurzelt und ohne weltkünstlerische Ansprüche, über das eigene Empfinden kaum hinausgreifend, bleiben die Geschichten und Zeichnungen dieses Buches fiktionale Erzählungen von und für Phantasten, ohne jeden, wirklich jeden Anspruch auf zeitgenössische Wahrheit. Und doch entspringen sie einer Erfahrung, die tiefer reicht: Wir erleben den unabweislichen Verlust kulturellen Gedächtnisses, den Schwund von Geschichte und damit von Eigensein und Freiheit. Wo die Bedeutung geistigen Werdens erlischt, schwindet auch die Erinnerungan eine eigene gebildete Gestalt; wir sind dann nicht mehr fähig, uns persönlich Rechenschaft zu geben. Darin liegt ein großer Schrecken. Mit wem undwas haben wir es dann noch zu tun? Mit einem bloß im Tagesgeschäft befestigten Nicht-Sein, das sich jeder Lenkung und Propaganda sophistischer Interessen öffnet und sich dabei noch artig auf der Seite der Verständigen und Aufgeklärten wähnt. Unerfahren und im Dunkeln speisen wir dann auf immer vom Tisch der Fremde.

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