Diese Webseite macht ihre Aufwartung jungen Vogelfängern und alten Schlüsselhütern, Leuten, die uns nahe sind in Sitte und Empfinden. Sie handelt vom Streben nach Selbstsein und von der Hoffnung auf ein freies, sinnerfülltes Leben. In Wort und Anschauung, Schrift und Bild folgt ihr Entwurf einem lebendigen Paradigma und dem Ethos gründender Theohumanität.   
Die Darstellung wendet sich gegen die tägliche Zeitung mit ihren Halbwahrheiten und gegen die angemaßte Herrschaft des Räuberhauptmanns Haltefest.

Die Autoren eröffnen das Brevier mit der Vorstellung ihres jüngsten Buches

„WEITER, UND ALLZEIT ZURÜCK!“

Ein Kompendium ungewöhnlicher textlicher Charaktere und ein Widerspruch als freier Wunsch und Wille gegen nurmehr simulierte Lebensumstände – im Markt rotbäckiger Affen und wirrer Masken.  
Dazu eine seltsame Bebilderung, ein flatternder Zeichenbogen populärer Ansichten, so schön und gut, wie wir es konnten.

Und wir hoffen in Folge für Sie ein Leseornament zu innovieren, einen lockeren Strauß zu binden aus persönlichen Eindrücken, Gedankenstücken und Texten zu Identität und Fremde, ausgedacht und gemalt für Sie und andere irrende Achaier auf ihrer schier nicht endenden Odyssee zurück in die Geschichte.

Monte Baldo

      Es war vor tausend Jahren, ich saß am gleichen Ort
Und tausend Jahre später saß ich noch immer dort.
Die Rosenfelder blühten im blauen Felsengrund
Und eingehegt von Schönheit seh‘ ich ins weite Rund.

      Ringsum die sieben Berge vor grünem, grünem Plan
Und aufwärts flieh‘n die Zwerge vor einem neuen Wahn.
Im Tal die Donner rollen, darüber buntes Licht,
Die bangen Rufe schallen, erreichen mich doch nicht.

      Ach, wie ruht das Auge, alles ringsum still,
Ein freier Wind spielt mit den Farben, ganz so, wie er will.
Welt und Himmel soll‘n sich binden, Leben, Luft und Schall,
Wunder über Wunder, Hochzeit überall.

      Ein König kam gegangen mit einem Blumenhut,
Nahm meinen Blick gefangen, sein Antlitz gelbe Glut.
Ich wußte gleich, es war ein Heros, ein großer, schöner Faun,
Er hatte keine Füße, stattdessen gold‘ne Klaun.

      Er scharrte mit den Hufen und sah mich freundlich an
Und schlug dann meine Sasse in einen Zauberbann.
So saß ich halbwach schlafend mitten im Geschehen
Und konnte ohne Absicht ein wunderlich‘ Ereignis sehen.

      Ich hörte leise Glöckchen, erst eins und immer mehr,
Dann sah ich um die Ecke ein wabernd, blökend Heer.
Das wurde immer größer auf seiner schmalen Bahn,
Die Herde kam zum Abgrund und ging nicht mehr voran.

      Dahinter lief der Schäfer mit dem schwarzen Hund,
Das Leittier vorne scheute vor dem tiefen Grund.
Da zog der starke Hirte das Leitschaf durch den Spalt
Und alle andern folgten sicher in den Wald.

      Der Hirte ordnete die Hege, er wies den Hund von hier nach da
Und war erst ohne Sorge, als die Bagage drüben war.
Dann zog er mit der Herde weiter, nur Bergesrauschen als Begleiter.

                                

Melodie auf einer Wanderung im Gebirge zu hören

© 2026 Frank Sämmer – Musik & Text